Archiv für den Monat: August 2017

Der Landkreis Uelzen – Ebstorf

Im Landkreis Uelzen bin ich jetzt zuhause. Da ist es doch Ehrensache, dass ich mich im Umland etwas kundig mache. Schließlich ist die Welt auch hier recht schön.

Heute ist ein Tag für eine sportliche Radtour. Es geht über Bad Bevensen in Richtung Uelzen und als Ziel liegt dann Ebstorf vor mir. Der Tacho zeigt nach der Rückkehr, dass ich 55 km geradelt bin.

Ebstorf ist ein Klosterflecken in der Lüneburger Heide. Die Klosteranlage nimmt einen großen Teil vom Ort ein. Hier wohnten nicht nur betende Schwestern, sie wohnen auch heute noch da. Hier ist eine Domäne entstanden, in der die Fürsten und Herzöge ihren Grund und Boden durch viele Bauern bearbeiten ließen. Es gab eine Brauerei, eine Molkerei, einen Schmied und einen Stellmacher der sich mit dem Herstellen von Wagen und Rädern aus Holz beschäftigte. Neben den Herrenhäusern und den Wirtschaftsgebäuden gabs auch noch das Amts- und Gerichtshaus. Insgesamt sah ich ein schön gepflegtes zusammenhängendes mittelalterliches Klosteranwesen.

mitterlalterlich gekleidete Frau vor dem Frauenhaus

Sie erzählt bei der Führung, wie hier alleinstehende Frauen untergebracht wurden.

Und heute scheint ein besonderer Tag zu sein. Mir begegnet eine Frau im mittelalterlichen Gewand. Sie trägt einen Korb im Arm und ist auf dem Weg zum Kloster. Nach einem kurzen Gespräch bin ich informiert, dass um 14 Uhr eine Besucherführung beim Touristeninformationszentrum startet. Die nehme ich ganz gerne mal mit.

Der Büttel

Zuerst erscheint der Büttel mit seinem Stab und einer Glocke auf dem Vorplatz. Er rief die neuesten Nachrichten des Ortes aus, da in der vorgespielten Zeit die Mitteilungen noch mündlich weitergegeben wurden. Er führt uns nun durch die vergangene Zeit. Bei unserem Rundgang begegnen wir in der Klosteranlage verschiedenen Mitspielern, die uns über Ihre Aufgaben im Mittelalter unterrichten und auch Geschwätziges erzählen.

Der verärgerte Bierbrauer

Darunter: Der Bierbrauer tobt wegen dem schlecht schmeckenden Bier und schimpft auf den Jungen, der sich wohl in die Schwienau erleichtert hatte. Denn gerade aus dem Flusswasser wird der Trunk zubereitet. Der Junge wird später gestellt und ihm wird eine ordentliche Strafe zugeteilt.

Oder: Die Kräuterweiber berichten lustig, wie sie mit ihren in der Umgebung gesammelten Heilkräutern den kranken Menschen helfen oder eben auch mal mit Placebo die Herrenglatzen wieder behaaren wollen.

Insgesamt bin ich nach der 2stündigen Führung ganz froh, wieder auf’s Fahrrad sitzen zu können. Jetzt nochmal sportlich in die Pedale treten, und ab nach Hause.