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Der Landkreis Uelzen – Ebstorf

Im Landkreis Uelzen bin ich jetzt zuhause. Da ist es doch Ehrensache, dass ich mich im Umland etwas kundig mache. Schließlich ist die Welt auch hier recht schön.

Heute ist ein Tag für eine sportliche Radtour. Es geht über Bad Bevensen in Richtung Uelzen und als Ziel liegt dann Ebstorf vor mir. Der Tacho zeigt nach der Rückkehr, dass ich 55 km geradelt bin.

Ebstorf ist ein Klosterflecken in der Lüneburger Heide. Die Klosteranlage nimmt einen großen Teil vom Ort ein. Hier wohnten nicht nur betende Schwestern, sie wohnen auch heute noch da. Hier ist eine Domäne entstanden, in der die Fürsten und Herzöge ihren Grund und Boden durch viele Bauern bearbeiten ließen. Es gab eine Brauerei, eine Molkerei, einen Schmied und einen Stellmacher der sich mit dem Herstellen von Wagen und Rädern aus Holz beschäftigte. Neben den Herrenhäusern und den Wirtschaftsgebäuden gabs auch noch das Amts- und Gerichtshaus. Insgesamt sah ich ein schön gepflegtes zusammenhängendes mittelalterliches Klosteranwesen.

mitterlalterlich gekleidete Frau vor dem Frauenhaus

Sie erzählt bei der Führung, wie hier alleinstehende Frauen untergebracht wurden.

Und heute scheint ein besonderer Tag zu sein. Mir begegnet eine Frau im mittelalterlichen Gewand. Sie trägt einen Korb im Arm und ist auf dem Weg zum Kloster. Nach einem kurzen Gespräch bin ich informiert, dass um 14 Uhr eine Besucherführung beim Touristeninformationszentrum startet. Die nehme ich ganz gerne mal mit.

Der Büttel

Zuerst erscheint der Büttel mit seinem Stab und einer Glocke auf dem Vorplatz. Er rief die neuesten Nachrichten des Ortes aus, da in der vorgespielten Zeit die Mitteilungen noch mündlich weitergegeben wurden. Er führt uns nun durch die vergangene Zeit. Bei unserem Rundgang begegnen wir in der Klosteranlage verschiedenen Mitspielern, die uns über Ihre Aufgaben im Mittelalter unterrichten und auch Geschwätziges erzählen.

Der verärgerte Bierbrauer

Darunter: Der Bierbrauer tobt wegen dem schlecht schmeckenden Bier und schimpft auf den Jungen, der sich wohl in die Schwienau erleichtert hatte. Denn gerade aus dem Flusswasser wird der Trunk zubereitet. Der Junge wird später gestellt und ihm wird eine ordentliche Strafe zugeteilt.

Oder: Die Kräuterweiber berichten lustig, wie sie mit ihren in der Umgebung gesammelten Heilkräutern den kranken Menschen helfen oder eben auch mal mit Placebo die Herrenglatzen wieder behaaren wollen.

Insgesamt bin ich nach der 2stündigen Führung ganz froh, wieder auf’s Fahrrad sitzen zu können. Jetzt nochmal sportlich in die Pedale treten, und ab nach Hause.

Der Landkreis Uelzen – Schützenfest 2017 in Weste

Die internationale Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur (UNECO) hat die Schützenvereine im März 2016 ausgezeichnet. Im Sinne des „Übereinkommens zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes“ steht das Schützenwesen jetzt im bundesweiten Verzeichnis als schützenswertes Kulturerbe.

Hut ab zur Pause

Die Schützengilden haben ihre militärische Abstammung im Spätmittelalter und werden mit der traditionellen Philosophie auch heute noch betrieben. Sie fühlen sich der Tradition verpflichtet.

Die Schützengilde in Weste e.V. 1829 zeigt diese Verpflichtung im jährlichen Straßen-Aufmarsch der Schützenvereinsmitglieder, die mit einem eigenen Spielmannszug militärähnlich gekleidet durchs Dorf ziehen.

Die Schützen machen bei uns einen Halt zur Stärkung

Dieses Jahr stoppt der Vereinsumzug auf einen Drink in unserem Hof. Der Spielmannszug gibt dafür ein Ständchen zum Besten.

Und wir begleiten die Schützen zum Vereinshaus und feiern eine Runde mit.

Kettenkarussell

Ein Feuermelder

Der vermisste Herr – Teil II

Der alte Mann vom Altersheim wurde immer noch nicht gefunden. Das DRK schickt eine 10köpfige Einsatztruppe mit Drohnen. Die Polizei sucht mit Hunden und mit Hubschrauber. Wir suchen in unserem großen Teich. – Erfolglos.

Am späten Nachmittag hören wir die Feuerwehr-Sirenen von den Nachbarorten. Die Wehrkräfte werden zu einer Suchaktion zusammengerufen. Auch in unserem Ort sollen sich die Hilfskräfte beteiligen. Der Notalarm ist bei uns am Haus angebracht und wird vom Beauftragten nach dem Einschlagen des kleinen Fensters gedrückt. Und siehe da: Die Sirene von unserem kleinen Ort müsste eigentlich jetzt entsetzlich laut von unserem Dach herunter dröhnen. – Tut sie aber nicht.

Die hier ansässige Mannschaft wurde jetzt wohl irgendwie anders informiert. Am Ende waren an die 60 Feuerwehrleute zur Suche im Einsatz. Und das hat jetzt nach einer fast 24stündigen Suche zum Erfolg geführt. Wie die Polizei mitteilt wurde der vermisste Herr auf seinem unerlaubten Spaziergang in einem abgelegenen Bereich, der zu unserer Ansiedlung gehört, wieder eingefangen. Es geht ihm wohl den Umständen entsprechend gut. Er wird jetzt im Krankenhaus wieder aufgepäppelt. Gott sei Dank! Alles ging gut.

Der vermisste Herr!

Bei uns in der Lüneburger Heide wird in den Abendstunden das Baby noch ums Haus getragen, damit es leichter einschläft. Jetzt begegnen uns Menschen, die im nächtlichen Dunkel auf der Suche nach einem entlaufenen Bewohner aus dem Altersheim sind. Ein 81jähriger dementer Herr ist im Schlafanzug unterwegs und wird jetzt in seiner Einrichtung vermisst. Was für eine Aufregung im Ort. Er kann doch nicht weit weg gelaufen sein! Er geht nur mit sehr kleinen bedächtigen Schritten. Die Polizei ist bereits verständigt. Na, dann sind wir erst mal beruhigt. Die Polizei wird’s schon richten.

einzelnder Wolf

Der Wolf

Wir kennen den Wolf alle aus unseren Kindertagen. Nicht dass wir Ihn je so gesehen hätten, wie einst das Rotkäppchen oder die 7 Geißlein. Nein, wir haben den „Isegrim“ nur als Fabeltier kennengelernt. Wir sprechen ihm viele unschöne menschliche Eigenschaften zu. Wir nennen ihn böse, rücksichtslos, verlogen und gierig.

Durch Ausrottung verschwand das Tier für 100 Jahre von unserer Bildfläche. Und jetzt, seit 1990 darf der „canis lupus“ nicht mehr gejagt werden. Der Naturschutz hat ihm die Möglichkeit eingeräumt, sich wieder über seine alten Jagdgründe auszubreiten. Darüber freuen sich die Tier- und Naturschützer zusammen mit dem Wolf. Aber es gibt auch Vorbehalte unter den Wanderern, den Tierhaltern oder den Jägern. Das heißt: Diese Medaille hat zwei Seiten.

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Frohe Weihnacht

In den vergangenen zwei Monaten haben wir uns immer mehr in unsere Häuser zurück gezogen. Morgens, wenn wir aufstehen ist es noch dunkel und abends sehen wir die Nacht ganz früh hereinbrechen. Es ist nass und oft ungemütlich draußen. In der Ruhrgebietssprache gibt es dafür ein nettes Adjektiv: Hier ist es draußen jetzt „usselig“. Die Sonnenstunden sind uns verloren gegangen.

  • Am 01.12.2016 sehen wir die Sonne noch 08h:16min.
    Am 04.12.2016  08h:11min.
    Am 11.12.2016  08h:02min.
    Ab dem 18.12.2016 bis zum 23.12.2016 bleiben die Sonnenstunden auf 07h:57min, so dass sie rechtzeitig mit unserem „Heiligen Abend“ wieder langsam nach und nach anwachsen.
    Ab dem 24.12.2016 wird jetzt wieder aufwärts gezählt. Es beginnt mit 07h:58min.

Hurra, das ist eine Freude. Das werden wir ausgiebig feiern. Das Licht der Welt kehrt wieder zu uns zurück. Das ist nicht nur das göttliche Licht, das uns Christus gebracht hat. Das ist jedes Jahr wieder die gleiche Freude über das beständig wiederkehrende Licht. Wir dürfen sicher sein, die Natur wird bald wieder erwachen.

Frohe Weihnacht!

Unser Festessen bestand u.a. aus einem köstlichen Wildschweinbraten mit einer riesigen Schüssel voller echter schwäbischer Eier-Spätzle. Die schmecken uns allen auch in Niedersachsen sehr gut. Zum Nachtisch freuten wir uns über Andrea’s Himbeer-Baiser-Idee. Lecker.

Unter Absingen von Weihnachtsliedern sind bei uns die Menschen und die Tiere zum Fest bedacht worden. Für die Pferde gab es Äpfel, für die Hühner und die Vögelchen eine Extraschippe feine Weizenkörner und auch an die Katzen wurde gedacht. In der Zeit der Fütterung durfte ich die Rolle des nicht sichtbaren Christkindes übernehmen und die vorbereiteten Geschenke auf den Gabentisch bringen. Kerzen anzünden.

Unser Kindergartenkind hat die letzten Tage viel gesungen. Immer wieder mit Freude das selbe Lied. Und heute konnte er es richtig gut anbringen: Er beherrscht bereits drei Strophen von „Alle Jahre wieder, kommt das Christuskind“. Klasse! „Aber jetzt darf ich doch endlich auspacken! Oder?“ „Na klar!“

(Das Beitragsbild zeigt Euch die von mir genähten Geschenke: Nachhaltige Einkaufstaschen.)