Ein Blick von außerhalb der Stadtmauer auf das Stadttor und den hochragenden Kirchturm

Finalborgo, ein Ortsteil von Finale Ligure

Ein Blick ins Innere der goldgeschmückten Kirche

San Biagio

Von Finale Ligure führt eine aufsteigende Straße zum Stadtteil Finalborgo. Dieser Weg leitet uns in den perfekt erhaltenen historischen mitteralterlichen Ort mit der riesigen Kirche San Biagio. In dieser ist gerade eine Totenmesse zu Ende gegangen und wir warten auf die Abfahrt des Ehrengastes. In dem Gotteshaus sieht es aus, wie in den berühmten bayrisch-katholischen Kirchen: Alles voller „gold“. Aber ich verstehe das. Die Italiener sind dem Papst ja auch ein bissle näher.

Durch den Torbogen, der das Bild umrahmt, ist ein Blick in die Altstadt geöffnet

Blick durchs Stadttor in das mittelalterliche Finalborgo

Dieses urigen Mittelalterstädtchen ist noch heute von einer imposanten Stadtmauer umgeben. In den Altstadtgassen sind viele handwerkliche Läden, die auch immer wieder ihre selbst hergestellten Produkte verkaufen. Im Zentrum liegt ein großer gemütlicher Ortsplatz der zum Ausruhen bei den Gastwirten und Cafegeschäften einlädt. Sehr bemerkenswert stelle ich fest, dass ich hier vor keinem Museum stehe. Dieser Ort ist nicht nur für uns Touristen gemacht. Dieser Ort wird gelebt. Die Bewohner gehen auch durch die Straßen und halten hier und dort vor den vielen Geschäften ein Schwätzchen. Man kennt sich hier.

Ciao ElenaAn jedem Laden, in jedem Geschäft und Lokal hängt in Finalborgo heute ein DinA4 Papier, auf dem jemand sehr persönlich begrüßt oder verabschiedet wird. Auf jedem Aushängeschild ist ein rotes Herz gemalt und der Text heißt: „Ciao Elena!“. Wir haben bis heute nicht ermitteln können, wer denn nun Elena ist. Schade.

In Finalborgo sind mehrere Schulklassen mit lustig schnatternden Italienern unterwegs, die von ihren Lehrern durch den Ort geschleußt werden. Das zeigt uns doch deutlich, dass hier Geschichte geschrieben wurde.

Unsere Wanderstiefel sind wieder im Einsatz. Die sind hier prima geeignet um im Gelände zu gehen und unbedingt wichtig für meine Füße auf den mit großen Kieselsteinen bepflasterten Wegen. Alle Sträßchen die historisch sein sollen, sind in ganz Ligurien damit gepflastert. Nie kann eine Fußsohle komplett auf einem Stein stehen. Da habe ich mit leichten Schuhen bereits richtige Aua-Erfahrungen gemacht.

Hoch über einem Verkehrstunnel drohnt ein burgähnliches Haus auf dem Fels direkt am Meer

Finale Ligure

Das gelbe WoMo steht in einer Reihe mit weißen Campern

Das gelbe Schätzchen leuchtet immer hervor. (Standort Genua-Pegli)

Das Ausparken funktioniert gut. Jetzt muss ich noch auf den Servicepunkt rangieren, um hier das Grauwasser abzulassen und frisches Wasser nachzutanken. Dann wieder ausrangieren. Scheibenkleister…. Das Fahrzeug scheint für meine Verhältnisse einfach zu lang zu sein. Nochmal vor und zurück. Natürlich funktioniert das letztendlich immer. Aber meine Aufregung ist wie der Wendekreis des Fahrzeugs: recht groß.

Zum Anfang der Reise passieren wir noch die engen Straßen, bis wir wieder auf der Hauptstraße ankommen. Huuups… In einer Einbahnstraße steht ein fahruntauglicher Omnibus. Er ist neben den parkenden Fahrzeugen zum Stehen gekommen. Links verziert ein betonierter Blumenkübel die Straße. Der Monteur ist bereits vor Ort. Vor dem Blumenkübel winkt mich eine Frau durch, dass ich nicht streife. Gleichzeitig schließt der Monteur die hintere Klappe vom Bus und dann delegiert mich wohl der Busfahrer auf der anderen Autoseite am Bus vorbei. Ich habe Bauchweh. Es wird Millimeterarbeit. Es klappt.

Der nächste Campingplatz heißt Tahiti und liegt in Finale Ligure. Wir benutzen die Küstenstraße „Via Aurelia“. Diese führt uns wieder an steilen Klippen vorbei mit sehenswerten Ausblicken über die Landschaft und das Meer. Es regnet in Strömen und die Fahrt geht langsam vor sich. Auf dieser westlichen Seite von Genua führen neben der Straße auch Rad- und Fußwege die Küste entlang. Da der Wind ständig vom Meer her die Abgase wegnimmt, sind die Wege gut zu benutzen. Für Trekking und Mountainbikeing führen die Wege und Pfade natürlich in die Berge.

Auf diesem Campingplatz treffen wir zum ersten Mal auf viele deutsch sprechende Touristen. Auch in der Rezeption kommunizieren sie in unserer Sprache. Wir sind hier unter lauter sportlichen Mountainbikern untergekommen. Hier ist die Hochburg der Geländeradler.  Überall in der Stadt werden Unterkünfte für im Dreck fahrende Radler angeboten. Es gibt einen Mountainbike Shuttles-Service und die geübten Guides dazu. Alles was ein Radlerherz begehrt. Auf unserem Campingplatz sind Stellen eingerichtet, an denen die Sportler ihre Räder bei Rückkunft abduschen können. Von diesem Angebot wird redlich Gebrauch gemacht. Die Sportler schaffen das, auch mit Kind und Kegel an Bord. Es ist eine schöne Stimmung auf dem Platz.

Der Fels ragt direkt ins Meer. Unser Wanderweg führt durch einen Tunnel auf die andere Seite

Arenzano und Cogoleto

Heute ist Feiertag in Italien. Es wird an die Befreiung vom Faschismus und an die Befreiung von der Besetzung der Nationalsozialisten gedacht.  Diesmal fahren wir mit dem Zug mal einige Stationen in Richtung Westen bis Arenzano. Da wir am Bahnhof keinerlei Wanderzeichen ausmachen können, gehen wir hinter den anderen Rucksacktragenden hinterher und kommen so zu einem großen Park in dem heute was geboten wird. Es spielt die Blaskapelle, ein Pfau schlägt ein angeberisch schönes Rad mit seinem langen Schwanz. Leider habe ich ihn nicht in Aktion mit dem Foto erwischt. In einer Ecke sind Marktstände aufgebaut, an denen nur selbst gefertigte Handarbeiten verkaufen werden. Wunderbare Dekorationen, Schmuck und auch Kleidungsstücke. In einer anderen Ecke kaufen die Leute ihre Balkonpflanzen ein.

Wir verlassen den Park wieder und suchen uns einen Weg bis zur nächsten Ortschaft Cogoleto.

An diesem Küstenteil und weiter in Richtung Westen sind Fahrrad- und Fußwege am Strand entlang angelegt. Auch hier wurden dazu teilweise alte Bahnstrecken verwendet. An der gesamten Küstenregion sehen wir zwar einzelne Angler, die hier ihrem Hobby nach gehen, aber generell darf hier kein Fischfang betrieben werden. Der Meeresgrund ist als besonderes Schutzgebiet ausgewiesen. Hier wachsen weitläufig Neptungraswiesen, die wiederum schützenswerten Seepferdchen und anderen seltenen Meeresbewohnern Raum bieten. Die Bewohner berichten, dass sich auch die Anzahl der Fische jetzt wieder positiv verändert.

romantisch angelegter Park mit einem kleinen See

Villa Durazzo Pallavicini

Wir bringen Lissi in Genua-Pegli zum Zug. Sie muss uns heute leider verlassen, da die Pflicht zuhause ruft. Wir verbringen den Vormittag mit lesen und schreiben. Ich habe die Möglichkeit, mich ins WLAN des Campingplatzes einzuloggen und kann schon mal einen Teil unserer Reise in den Blog setzen. Zum späten Mittag treibt uns der Hunger in den Ort, wo wir uns einen kleinen Imbiss suchen. Wir landen in einem Lokal, in dem wir genau so eine Kleinigkeit finden. Da keine anderen Gäste hier sind, halten wir mit dem Wirt einen kurzen Smaltalk und erfahren, dass er aus Ägypten stammt. Die mit Schnitzel belegten Panini schmecken trotzdem italienisch. Und jetzt wird’s komisch. Das Lokal wird abgedunkelt. Der Fernseher eingeschalten. Der Biemer wirft dasselbe Bild nochmal in die andere Richtung. Es treffen mehrere Männer im Lokal ein. Und was wird das? Ganz einfach: Es wird Fußball geguckt.

Als Schloss ist das Gebäude eher klein. Es leuchtet in der Farbe terakotta und wurde durch einen Turm in die Höhe gezogen.

Am höchsten Punkt des Parks steht ein farblich recht auffälliges Schloss.

Mitten im Ort von Pegli befindet sich der Eingang zu einem Park. Mit Eintrittsgeld dürfen wir in die Villa Durazzo Pallavicini eintreten und werden von hier über eine kamelienbestandene Allee hoch in den romantischen Garten geführt. Er erstreckt sich über 8 Hektar Hügellandschaft. Der Rundgang im Garten braucht schon 2 Stunden Zeit. Wir treffen auf Ecken mit kleinen Seen, fremdländische Gebäude und Grotten. Den Weg begleiten jahrhundertealte Baumbestände. Der Park wurde bereits um 1840 angelegt.

Im Hintergrund ist der Genueser Flughafen ins Meer gebaut

Und was entdecken wir hier noch? Wir erkennen, dass von hier aus eine Landebahn des Genueser Flughafens im Meer sichtbar ist. Die Landebahn ist als künstliche Halbinsel erschaffen worden.

Genua

Nachdem wir gestern Rapallo besichtigt und uns am Strand gesonnt hatten, üben wir heute mal das große Einpacken. Sind alle unsere Outdoor-Gegenstände im Bus gelandet? Alle Schränke verriegelt? Die Fenster und Schotten dicht? Das Gas abgedreht? Der Kühlschrank auf Batteriezufuhr umgestellt? Die Toilette und der Abwassertank entleert? Das Frischwasser wieder aufgefüllt? Na dann können wir weiter ziehen.

Wir möchten uns gerne die Hauptstadt von Ligurien anschauen und suchen deshalb um Genua einen neuen Stellplatz. Wir landen schließlich im westlichen Teilort „Pegli“ und quartieren uns im „Campeggio Villa Doria“ ein. Hier war ursprünglich ein privat angelegter Park der hier ansässigen reichen Familie Doria. Dieses Gelände ist jetzt zum Campingplatz umfunktioniert. Wir haben beim Eintreffen wieder mal Glück. Alle Plätze sind bereits vorbestellt, bis auf den Stellplatz Nummer 41. Der ist für uns genau richtig. Hier kann ich das Fahrzeug prima hineinmanövrieren. Nur mal knapp neben den Baum mit dem riesigen roten Stamm. Schön hier.

Mit dem Zug geht’s jetzt ins Zentrum von Genua. Über tausend Stufen und steile Straßen schnaufen wir bis zum Balkon von Genua hoch. Spianata di Castelletto. Der Blick auf das Zentrum erscheint uns recht einfarbig. Häuser an Häuser. Dazwischen ragen viele Türme und Kuppeln von ehrwürdigen alten Gebäuden hervor. Diese sind wieder platzsparend eng zusammen gestellt und höher als die paar Palmen die am Strand entlang stehen. Es ist keinerlei Grün von oben sichtbar ist. Wenn wir uns umdrehen gibt es einen weiten Blick aufs hügelige Hinterland von Genua. Hier stehen die vielen Villen und Parkanlagen wunderbar an die Berge drangehängt.

Parkplatz in Genua

Ok, jetzt schauen wir uns das Ganze noch von unten an. Wir fahren mit einem Stadtaufzug von dieser Höhe wieder in die City zurück. Der Autoverkehr hat wenige Straßen mit vielen Tunneln zur Verfügung. Die Gassen sind so eng, die Parkplätze so rar, dass das Volk hier überwiegend mit den zweirädrig motorisierten Mobilen unterwegs sind.

Viele kleine Geschäfte sind in den Erdgeschossen untergebracht. Hier kann man so ziemlich alles kaufen, was das Herz begehrt. Selbstverständlich auch die touristischen Andenken.

Dolce Vita

Zwischendurch gibt’s Cappuccino und Cup Cakes für uns. In den Straßen geben richtige Sänger ihr Debüt zum Besten. Wunderbare Straßenmusikanten die u.a. Pavarotti Hymnen schmettern. Um die nächste Ecke finden wir wieder das Meer. Entlang der Hafenmeile kommen jetzt die ganzen Geschäfte, die voll in schwarzer Hand sind. Es wimmelt von Menschen aus Afrika hier. Ich habe noch nie so viele in anderen Städten finden können.

Cinque Terre

Ein Piratenort nach dem anderen.

Kakteen und andere Schönheiten

Die Cinque Terre liegt im Naturschutzgebiet zwischen unserem jetzigen Wohnort und La Spezia. Die 5 Küstenorte sind anno dazumal von Piraten gegründet worden. Hier konnten sie sich nach ihren Raubzügen gut verstecken, da keine Wege oder Straßen durch das steile Gebirge an ihre Küsten führten. Sie hatten nur Zugang über das offene Meer. Die Häuser sind dicht gedrängt und platzsparend auf die Felsen aneinander geschmiegt und nach oben gebaut. Leider sind die zwei letzten Etappen des Wanderweges „Via d’Amore“ zur Zeit nicht begehbar. Also fahren wir mit dem Zug nicht bis ans Ende der Cinque Terre. Wir steigen bereits in Corniglia aus dem Zug aus. Ab hier gibt es einen gepflegten Wanderweg durch die steilen Küsten. Wir wandern von Corniglia über Vernazza nach Monterosso al Mare. Für die Pflege dieses Weges zahlt der Wanderer mal schlappe

Vernazza

 

7,50 €. Wir sind der Meinung, dass sich diese Kosten gelohnt haben. Der Weg geht natürlich wieder auf und ab. Der Pfad ist teilweise so schmal, dass wir die entgegenkommenden Touristen erst mal durchlassen müssen, um weiter kommen zu können. Der Blick kann überall schön aufs Meer schweifen. Das ist ein Weg für die Körperertüchtigung und für die Seele.

Auf Fels gebaut, durch Querstege gehalten

 

 

 

 

 

Überall silbrig glänzende Olivenhaine

Riva Trigosa ist doch ein sehr kleiner Ort, den wir schnell besichtigt haben. Wir suchen uns jetzt einen Wanderweg, der uns nach Sestri Levante führen soll. Irgendwie müssen wir über einen Berg auf die andere Seite. Wir finden einen Pfad und steigen durch Olivenhaine stetig nach oben. Der Pfad scheint schon mehreren Menschen gedient zu haben. Leider haben wir nicht erkannt, dass das die Schleichwege der italienischen Olivenbauern sind. Wir stecken auf einmal fest. Vor uns liegt eine Schlucht und es geht nicht weiter. Naja, dann müssen wir eben umdrehen.

Sestri Levante

Wieder im Ort zurück entdecken wir richtige Wanderzeichen, die sogar wir verstehen. Nun orientieren wir uns an denen und steigen über gefühlte 1000 Stufen wieder bergan. Auf der gegenüberliegenden Seite geht es auf Waldpfaden nur noch bergab. Wie müssen höllisch aufpassen, dass wir in diesem Gelände nicht abrutschen. Wir kommen uns vor wie im Hochgebirge. Über Stock und Stein.

Sestri Levante am Strand

In Sestri Levante angekommen sehen wir, wie sich die Sonnenhungrigen am engen Sandstrand dicht gedrängt aufwärmen. Es ist ein sonniger Tag und auch wir werden schon leicht gerötet. In der Altstadt sind die Gassen recht schmal und lieblich. Es gibt nette Geschäfte, wo sich die Einheimischen mit den Touristen tummeln. Hier macht das Herumschlendern richtig Spaß.

In einer Paneteria kaufen wir Prosciuto, Käse und Brot. Erst nach dem Anstellen in der Schlange merken wir, dass die Kunden mit Nummern aufgerufen werden. Wie gut, dass ich wenigstens die italienischen Zahlen gelernt habe. Also gut. Wir fangen nochmal von vorn an und kommen nochmal in die Bäckerei. Erstmal eine Nummer ziehen. Und jetzt warten, bis wir aufgerufen werden. Wir haben die Nummer diciassette und werden nach dem Aufrufen der 17 dann auch freundlich bedient.

Nach einem kleinen Imbiss wandern wir noch auf einen kleineren Stadtberg, auf dem sich eine alte Burg befindet, in der sich heute die Touristen teuer in Hotelzimmern einmieten können. An uns fahren protzige Autos aus Deutschland zur Burg hoch. Autonummern aus „N“, aus „M“ und „S“.

Wir wollen wieder nach Hause und fragen uns nach der Bushaltestelle um. Wenn wir jüngere Leute ansprechen, können wir wirklich davon ausgehen, dass die sich mit uns in englisch unterhalten können. Wir finden tatsächlich den Halteplatz und können jetzt auf dem Fahrplan nicht erkennen, ob heute am Ostermontag überhaupt ein Bus fährt. Naja, wir fragen uns wieder durch und letztendlich landen wir am richtigen Ort.

Riva Trigosa

 

Ostern mit LiMoNe und Osterkücken

Auch wir feiern das Osterfest. Nein, nicht mit Ostereiern, sondern mit Limone und Osterkücken. Sie reisen mit uns mit.

Auf der Ostseite des Lago Maggiore fahren wir nach Italien ein. Wir kommen durch sehr schmale Straßen, die hier als Hauptstraße durch die schnuckeligen Ortschaften führen. Die Aussichten mit dem Seepanorama sind grandios. Das ist eine prima Strecke um an meinem WoMo die Breite ordentlich auszutesten. Klasse – Es geht alles gut.

Wir fahren an den Ebenen von Alessandria vorbei und entdecken große Reisfelder rechts und links der Straße. In Italien ist das größte Reisanbaugebiet von Europa. Also werden hier nicht nur Spaghetti gegessen.

Wie verlassen das Piemont und fahren jetzt wieder auf ein Gebirge zu. „Appennino Ligure“. Wir fahren zwischen den Bergen und durch viele Tunnels durch. Dann taucht Genua auf. Tunnel, Ausblick auf die Stadt, Tunnel, Ausblick auf die Stadt, Tunnel. Einmal auch eine riesige Autobahnbrücke die halbfertig über die Häuser von Genua führt. Letztendlich landen wir in Sestri Levante, östlich von Genua. Von hier kommen wir zu dem Teilort „Riva Trigosa“. Im zweiten Campingplatz, den wir anfahren ist gerade noch ein Stellplatz frei. Wir müssen uns durch schmale Wege und einer knappen Einfahrt in unsere Parkbucht schlängeln. Ich habe inzwischen zwei geübte Platzanweiser an Bord, die mir große Hilfe beim Einfahren leisten. Unser Platz ist schön mit Pflanzen vom Nachbarplatz abgetrennt. Ein Jasminstrauch beduftet uns. Wir schauen vom Berg herunter auf Sestri Levante, das vor dem Meer eingebettet in einer Bucht liegt. Wie wir das überblicken können, residieren wir als Ausländer allein unter lauter Italienern.

Vom Campingplatz geht’s stufig bergab, durch die am Hang stehende Wohnbebauung von Riva Trigosa. Alles ist schön angelegt. Auch wenn wir im Tal auf große Industriebauten eines Walzwerkes stoßen, so finden wir doch dahinter wieder das Meer mit einem Sandstrand und einer Eisdiele, in der wir eine neue Sorte Eis entdecken: Sacher-Eis.

Am ersten Tag unserer Reise landen wir in Locarno

Am Samstag geht’s jetzt los. Wir treffen uns um 05:30 Uhr und freuen uns auf unseren Urlaub.

Marga fährt zwar nicht mit uns mit, aber sie schickt ihren Nudelsalat mit uns auf die Reise. In Bruchsal gibt es den ersten Aufenthalt an der Raststätte. Hier holen wir zum ersten Mal unser Geschirr aus den Schränken und frühstücken mal mit „Marga’s Nudelsalat“. Prima, der Essplatz ist schon mal eingeweiht. Es ist warmes Wetter, wir haben unsere Schiebetüre beim Geschirrwaschen offen stehen, so dass zwei neugierige Japaner uns beobachten. Sie haben Gefallen an unserem kleinen Haus und fotografieren ins Innere. Vermutlich zeigen sie jetzt in ihrer Heimat, wie drei einzelne Frauen in Deutschland leben müssen.

In der letzten Nacht haben wir mit unserem 230 Volt-Strom unsere Wohnraumbatterien zuhause noch mal aufgetankt. Morgens wurde das Kabel abgeklemmt, wieder für die Reise zusammen geschnürt und zum Einpacken bereit gelegt. Auf der Fahrt überlege ich die ganze Zeit, wohin ich das Kabel wohl geräumt habe. Ich kann mich partu nicht daran erinnern, es im Kofferraum verstaut zu haben. Wo ist es jetzt?. – Tatsächlich, nicht im Bus!

Hallo ihr Lieben zuhause: „Könnt ihr mal nachschauen, ob auf unserem Bürgersteig unser Stromkabel liegt?“ – Tatsächlich, das Kabel liegt in Wuppertal und träumt von Italien.

Locarno

Das erste Reiseziel liegt in der Schweiz. Wir landen am Lago Maggiore in Locarno. Der WoMo Stellplatz ist total voll und sieht ziemlich triest aus. Ein Fahrzeug neben dem anderen, wie auf einem Parkplatz. Wir fahren um die Ecke und entdecken den Parkplatz des Lido-Stadions. Da hier im Moment keiner Fussball spielt, gibt es genügend Parkplätze. Gleich neben dem Wald. Prima. Hier stellen wir unser Fahrzeug ab und flanieren an der Promenade von Locarno entlang.

Im Lokal bestelle ich auf italienisch mein Getränk. Schließlich habe ich in den letzten Tagen versucht, diese Sprache etwas zu lernen. „Un‘ Acqua Minerale con Succo di Mela.“ Und was antwortet der italienische Schweizer sofort? „ Ah, Apfelschorle“. Es ist ganz einfach – man versteht sich.

Auf dem Rückweg entscheiden wir uns, diese Nacht neben dem Sportplatz stehen zu bleiben um hier zu übernachten.

Eine Limone mit aufgemalten Augen

Reisende Limone

Li – Lissi            Mo – Monika           Ne – Nelly

Wir haben uns letzte Woche auf einem abgelegenen Parkplatz in Wuppertal getroffen. Gemeinsam räumten wir schon mal das Koch- und Essgeschirr in die Schränke des Wohnmobils, damit auch jeder mitbekommt, was alles an Bord ist. Danach wurde jeder von uns mal kurz mit dem Maßband vermessen, um zu entscheiden, wer denn in welches Bett rein passt.

Die im Heck eingebauten Stockbetten wollen wir so nicht nutzen. Es ist uns zu unangenehm, wenn man sich im Bett nicht aufsetzen kann. Wir sind übereingekommen, dass die Stockbettennutzung wohl den Kindern vorbehalten ist.

Kurzerhand wurde der obere Lattenrost demontiert, so dass wir jetzt ein schönes Einzelbett geschaffen haben. Nach dem Bettenmachen und Probeliegen kommen wir zum Schluss, dass sich die Größte von uns in dieses Einzelbett einnisten darf. Das umgebaute Doppelbett, das aus der Sitzgruppe entsteht, ist für weniger lange Personen gedacht.

Oh, je! Wenn das Sitzgruppenbett ganz aufgebaut ist, gibt es keinen Boden mehr, über den man gehen kann. Aber dafür kann man sich auf dieser Matratzenwiese zu dritt zum Umtrunk zusammensetzen. Auch schön. Auch schon ausprobiert!