Archiv des Autors: Hallo ich bin Nelly

Über Hallo ich bin Nelly

Ich schreibe hier mein Tagebuch, um festzuhalten, was ich alles mit der gewonnen Zeit im Sabbatical anfange. Wer Ich bin? - Dazu müsst Ihr mich hier begleiten, dann erfahrt Ihr mehr.

Ein Ausflug nach Lauenburg

Auf der Fahrt nach Fehmarn ist mir im Oktober am Elbübergang ein schnuckeliger Ort aufgefallen, der direkt an der Grenze von Niedersachsen auf Schleswig-Holsteiner Gelände steht.

Unser Ausflug führt uns heute hier her, nach Lauenburg. Am Hafen starten wir unseren Rundgang und entdecken den Raddampfer „Kaiser Wilhelm“. Er wurde 1900 in Dresden gebaut und gehört zu den letzten kohlebefeuerten Schiffen in Deutschland. In Lauenburg wird er von einem Verein unterhalten und betrieben.

Die Altstadt in Lauenburg mit der Bronzefigur "Der Rufer"

Der Rufer in Lauenburg

Vom Ruferplatz aus können wir zusammen mit der Bronzefigur „Der Rufer“ den Hafen überblicken und den vorbeifahrenden Schiffen zurufen. Wir schlendern durch die Altstadt mit ihren wunderschön restaurierten alten Häusern aus den Jahren 16hundertnochwas.

Bergauf kommen wir in die Oberstadt. Hier liegt das Zentrum von Lauenburg. Mitten im Herzen hat auch dieser Ort sein Hochhaus benötigt. Es soll mit seinen mindestens zehn Stockwerken wohl zeigen, dass auch hier die Moderne eingezogen ist.

Etwas weiter auf der Anhöhe finden wir den Platz, an dem sich die Herzöge wohl gerne aufgehalten hatten. Hier befand sich mal eine Schlossanlage, die aber bereits 1656 durch kaiserlichen Artilleriebeschuss beseitigt wurde.

Rundgang durch Lauenburg

Heute steht davon nur noch ein mächtiger Wehrturm. Er hat seine Eingangstür offen stehen und lädt uns ein, einzutreten. In der ersten Etage sind Gefängniszellen eingerichtet, die noch original ausgestattet sind. Rohe, gemauerte Löcher. Wir trauern mit den ehemaligen Insassen. Damals gab es den § 1 unseres heutigen Grundgesetzes noch nicht. Nach einem weiteren Aufstieg im Turm bekommen wir einen weiten Blick über das Land. Und in der Mitte dieser Etage hängt eine Glocke. Da lacht auch ein Klöppel. Da lachen auch wir. – Wir lassen die Glocke laut über Lauenburg erklingen. Hoffentlich hat keiner im Ort die Schläge gezählt. Wir haben nämlich nicht auf die Uhr geschaut.

Wir gehen wie die ehemaligen Schlossherren durch die Parkanlagen am Elbhang entlang weiter und genießen den herrschaftlichen Ausblick auf Lauenburg mit der umströmenden Elbe.

Blick aus unserem Wageninneren auf die zu überquerende Elbe

Blick aus unserem Wageninneren auf die zu überquerende Elbe

Für die Heimfahrt nach Weste suchen wir weiter südlich den nächsten Elbübergang zurück ins Niedersachsenland. Wir reisen über Boizenburg nach Bleckede. Hier verbindet eine Fähre den Ort „Neu Bleckede“ mit „Bleckede im Landkreis Lüneburg. Eine Verbindung zwischen den neuen und den alten Bundesländern.

Leuchttürme auf Fehmarn II

Die Radler

Die Fehmarnsundbrücke ist das Wahrzeichen der Insel Fehmarn. Dieses Wahrzeichen ist bekannt – bis nach Witten.

Juhuu – Heute ist Sonnenschein angesagt. Endlich kommt das Fahrrad in Einsatz!

Leuchtturm Staberhuk

Wir radeln zum vierten Leuchtturm auf der Insel. Staberhuk, an der südöstlichen Ecke. Der 25 m hohe Turm ist der jüngste im Bunde. Er wurde erst 1904 in Dienst gestellt. Das Laternengehäuse auf dem Turm, sowie die Galerie und die Treppe wurden vom Helgoländer Leuchtturm recycled.

einzigste Steilküste auf Fehmarn

Direkt am Meer entlang führt ein wunderschöner Radweg nach Katharinenhof. Hier sehen wir zum ersten Mal so etwas wie eine Steilküste.

Leuchtturm Strukkamphuk, der kleinste auf Fehmarn

Und Nachmittags, ich bin schon auf der Heimfahrt, nehme ich das letzte Leuchtfeuer noch mit. Dass sich so was Kleines auch Leuchtturm nennt ist nett. Hier steht ein weißer 5 m hoher Leuchtturm. Er dient vor allem den aus Osten kommenden Schiffen als Ansteuerungspunkt für die Fahrt durch den Fehmarnsund.

Alle 5 Leuchttürme sind noch in Funktion. Da es rund um die Insel viel befahrene Wasserstraßen gibt, zeigen die Leuchtfeueranlagen noch immer visuell die Schifffahrtswege an.

Leuchttürme auf Fehmarn

Das wird heute wieder nichts mit der Radtour. Es stürmt hier so kräftig wie auf einer Insel im Meer. Trotzdem sind wir erfolgreich auf Leuchtturmjagd.

Der Flügger Leuchtturm kann besichtigt werden

Zuerst treffen wir im Südwesten der Insel auf den kleinen Weiler Flügge. Hier haben die Inselbewohner einen Jimi Hendrix Gedächtnisstein aufgestellt, den man über einen Spazierweg über den Deich erreicht. Er erinnert an den Musiker, der am 06. September 1970 hier sein letztes öffentliches und 75 Minuten dauerndes Konzert gab. Einige Tage später starb Jimi Hendriks in London. In dem 2,50 m hohen Stein ist Hendriks E-Gitarre im 1:1 Maßstab eingemeißelt.

Zurück gehen wir über einen bereits geschlossenen Campingplatz, und dann starten wir mit einer 1,5 km langen Wanderung in die andere Richtung zum Flügger Leuchtturm. Wir stemmen uns kräftig in den Wind und werden ordentlich durchgeblasen.

Mit 38 m Höhe ist das der höchste der fünf auf Fehmarn aufgestellten Leuchttürme. Mit seiner sandfarbenen Verklinkerung fällt er etwas aus dem Rahmen. Nach 162 Treppenstufen gibt es einen weiten Blick über Land und Meer. Die Tür zur außenliegenden Galerie in Turmeshöhe ist geöffnet. Der Wind drückt uns dermaßen in den Innenraum, dass wir keine Lust verspüren, dagegen anzukämpfen.

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Fischkutter im Hafen

Burgtiefe

Fischerboote stehen im Hafen von Burgtiefe. Hierher werden die Meeresfänge eingebracht und gleich daneben lecker für uns angeboten.

Der Ort liegt auf einer kleinen Halbinsel, die man auf südlicher Seite nur zu Fuß begehen kann. Der Eingang zur Insel wird von drei Hotel-Hochhäusern dominiert. Wir staunen, was man uns hier direkt vor den Ostseeblick gestellt hat. Nicht sehr schön! – Gleich nebenan zeigen uns Plakate und Fenstereinblicke, dass sie hier mit den heute frierenden Badegästen Mitleid haben und laden sie deshalb ein, im Spaßbad bei höheren Temperaturen zu verweilen.

Gruppenbild mit Herr

Gruppenbild mit Herr

Wir sind zu Fuß auf der Halbinsel unterwegs. Hinter den Dünen sind schöne Badestrände, die heute allerdings nur mit Lenkdrachenpiloten und Strandläufern bevölkert sind.

 

 

 

 

 

 

 

 

Cafè Sorgenfrei

Am Ende des Spazierwegs und am Ende der Halbinsel sind auch wir eingeladen. Wir landen im „Cafè Sorgenfrei“. Hier wird zur Vorsicht gemahnt, da die Gäste sich selbst bedienen.

 

 

Der Ort Burgtiefe macht seinem Namn alle Ehre. Wir bewegten uns bis zu 13 Meter unter dem Meeresspiegel.

Blick über die Teich- und Sumpflandschaft

Wasservogelreservat Wallnau

Hier im Naturschutzgebiet setzt sich der Naturschutzbund (NABU) dafür ein, die verschiedenen Lebensräume für die Tier- und Pflanzenwelt zu erhalten und weiter zu entwickeln. Und hier speziell die Wasservögel. Auf den großzügig angelegten Teichen und Feuchtwiesen finden die Brutvögel die besten Bedingungen vor. Ferner landen hier tausende von Zugvögeln, um sich nochmals Speck für den Weiterflug nach Süden zulegen zu können.

Ein Rundgang durch die Anlage führt uns zuerst in eine Ausstellung in der wir mit wissenschaftlichem Sachverstand erklärt bekommen, wieso und wie ein Vogel fliegt. Und woran orientieren sich die Vögel auf ihren bis zu 15.000 km langen Flügen? – Auch darüber gibt es viel zu lesen und zu sehen.

Wieder im Freien angelangt, führt uns der Weg an vielen Beobachtungsverstecken vorbei. Diese sind am Rundweg entlang aufgebaut und lassen den Blick auf jeweils andere Asservatbereiche zu. Die Verstecke für die Menschen sind wie Holz-Häuschen aufgestellt. Nach dem Eintreten schließt man die Tür. Dann gibt es entlang der Beobachtungsfront einen ca. 30 cm breiten Schlitz durch das ganze Gebäude mit Sicht nach draußen. Mir fällt der Vergleich eines Jägerhochsitzes ein, dem die Füße fehlen und der zur Seite mehrmals verlängert wurde.

Heute sehen wir nicht mehr viele Wasservögel hier. Die meisten sind wohl schon nach Süden unterwegs. Und bei den paar wenigen die wir noch entdecken können fällt uns auf, dass uns ein Feldstecher fehlt.

Der Trecker zieht den LKW wieder aus dem Dreck.

Auf dem Heimweg werden wir zu einem unbeabsichtigten Halt veranlasst. Ein Lasttransporter hat sich in dem vom Regen aufgeweichten Boden festgefahren. Gerade kommt ein Traktor zu Hilfe. Der spannt den Lastwagen mal kurz hinter sich an und kann ihn tatsächlich weiterbewegen. Die Straße wird wieder frei. Die Lastwagen, die hier anfahren haben Sandsäcke und Eisenbohlen geladen, um die Deiche zu erhöhen. Das können wir natürlich gut verstehen. Auf unserer Fahrt kann mein Schwager erkennen, dass wir uns eine Strecke lang unter der Höhe des Meeresspiegels bewegen. Das kannten wir bisher nicht.

Ab gehts, nach Fehmarn

Anreise in Fehmarn. Der Campingplatz Miranmar liegt in Fehmarnsund und bietet neben hunderten von Einstellplätzen für Camper noch 25 Wohnmobilstellplätze an. Sie sind so toll angeordnet, dass ich locker raus und rein fahren kann.

Der Anfahrstweg auf der Insel war für mich sehr überraschend. Nach dem Verlassen der B 207 ging’s über Straßen, die eher nach Feldwegen aussehen. Teilweise passe ich mit entgegenkommenden Fahrzeugen nicht mal auf die Straße. Die asphaltierten Feldwege sind aber rechts und links aufgeschottert, so dass ich in solchen Fällen nach rechts ausweichen kann. – Sofern der seitige Aufbau nicht gerade mit Schlaglöchern glänzt.

Und wo trifft man sich, wenn man die Verwandtschaft aus dem Süden mal sehen will? Wir treffen uns in Fehmarn.

Abends besuche ich meine Schwester und meinen Schwager in deren Ferienwohnung in dem schönen Ort Burg. Hier schlendern wir durch die gepflasterten Gassen und betrachten die Waren, die sie für uns zum Kauf bereithalten. Aber nein, wir brauchen nicht schon wieder eine Jacke oder einen Pullover. Viel lieber besuchen wir mal „Nettis“. Dort haben sie für uns gekocht und wir genießen die Fischteller.

St. Nicolai Kirche in Burg auf Fehmarn

2677 – Und jeder Ort hat seine Besonderheit. Hier ist es eine uralte St Nicolai-Kirche deren Bau berei ts 1230 begonnen wurde.

Am Übernachtungsplatz zurück, geht’s ziemlich zügig zum Schlafen. Um Strom oder Gas anzustellen nehme ich mir keine Zeit mehr. Es ist dunkel draußen und das Licht im Camper funktioniert auch so. Ich schlafe zum ersten Mal im rückwärtigen Querbett. Alles ist gut – auch der Schlaf.

3 umgestürzte Weiden

Sturmtief Xavier besucht uns.

Er wütete mit bis zu 115 km/h.

Da es Tage zuvor viel geregnet hatte, standen die Bäume im sehr aufgeweichten Boden. Xavier hat drei unserer Weiden zur Durchfahrt nach Kollendorf auf die Straße geworfen. Umgekippt oder abgebrochen.

Die Birke liegt in ihrer ganzen Länge im Hof

Ich brauch Tapetenwechsel, sprach die Birke und macht sich auf den Weg!

Die restliche Birke an unserem Outdoorfeierplatz hat sich auch hingelegt und dabei einen Teil unserer Dachrinne vom Haus mitgerissen.

Kaum war Xavier weg, wurden die Motorsägen angeschmissen und das große Aufräumen begann. Für heute blieb noch der Dachstuhl zu besichtigen. Hier sind ein paar Ziegel verrückt oder gefallen. An manchen Stellen regnet’s rein. Huch…. das Sofa ist naß.  Das wird uns jetzt noch tagelang beschäftigen, bis alles wieder in Ordnung kommt.

Die Bäume und der Himmel spiegeln sich schön auf der Seeoberfläche

Der Landkreis Uelzen – Bad Bodenteich

In der schönen Parkanlage in Bad Bodenteich kann ich tatsächlich den Boden im Teich erkennen.

In diesem Flecken wohnen gerade mal so 3.800 Einwohner. Aber immerhin dürfen sie ihren Ort mit dem davorstehenden „Bad“ schmücken. Es ist ein Luftkurort mit einer Burg, die natürlich nicht auf einem Berg steht. Berge gibt’s hier weit und breit nicht zu sehen. In den Kurkliniken wird gekneippt, entgiftet und entschlackt. Und wohl auch Golf gespielt. 

Mit diesem Schild wird darauf hingewiesen, dass die Spieler keine geübten Sportler sind.  Die Spaziergänger sollen hier selber auf sich achtgeben. Na dann – nichts wie weg hier!

Von der 2stämmigen Birke ist ein Stamm umgefallen

Und was ist bei uns los?

An diesem Platz finden unsere Outdoor-Feste statt. Hier trifft man sich auf ein Feierabend-Bier. Hier kommt man zusammen.

die umgeknickte Wurzel

Mein Freund der Baum – ist tot. Er starb im frühen Morgenrot.

Und heute Morgen haben wir entdeckt, dass ein Teil der 2stämmigen Birke am Boden liegt. Ok, es ist gottseidank niemand und nichts verletzt worden. Wir haben neues Brennholz.

Es ist trotzdem furchtbar schade. „Wir danken der Birke für viele schöne Tage.“ Wir freuen uns, dass der zweite Stamm noch bei uns bleiben mag.